Raum und Macht: Die Stadt zwischen Vision und Wirklichkeit (Mäder et al. 2014)

Das vor kurzem erschienene Buch «Raum und Macht» widmet sich dem Leben und Wirken von Lucius  und Annemarie Burckhardt. Burckhardt, seines Zeichens Soziologe und Nationalökonom,  gilt als Erfinder der «Spaziergangswissenschaft» und wichtiger Ideengeber der sozialen Stadt- und Raumplanung.

Promenadologie

Die Promenadologie sollte die Umweltwahrnehmung erweitern und neben den sichtbaren auch die unsichtbaren Phänomene einer Stadt, und neben wirtschaftlicher und politische Aspekte auch soziale Beziehungen berücksichtigen. Exemplarisch wird im Buch die Exkursion nach «Tahiti» erwähnt: Burckhardt erzählt seinen Kasseler Studenten bei einer Begehung eines Naturschutzgebietes (einem ehemaligen Truppeübungsplatz) aus George Fosters Tahiti-Bericht, der 1772 den Seefahrer James Cook in die Südsee begleitet hat. Die Landschaft erscheint nunmehr als etwas Gemachtes – und damit verbunden die Frage, wie Menschen Natur und Landschaft wahrnehmen und wie die Erkenntnisse in Raumplanung umgesetzt werden könnten. weiterlesen →

Urban Governance: New Regionalism

Im New Regionalism, der in den 1990er-Jahren aufgekommen ist, erfolgt die Steuerungsleistung auf freiwilliger Basis in relativ stabilen und auf Kooperation zielenden Akteurssystemen (Kübler 2003:539).

Problembeschreibung des New Regionalism

Die Lösungsvorschläge der Metropolitan Reform und des Public Choice bezogen sich auf die Bewertung der institutionellen Fragmentierung im urbanen Raum. Die Bewertung wurde anhand von Effizienz, Verteilungsgerechtigkeit und Partizipationsmöglichkeiten vorgenommen. Lowery (1999) kommt beim Vergleich der Bewertungen zum Schluss, dass kongruente Ergebnisse nie gefunden werden und dass es für jede Studie, die die eine These stützt, es Gegenstudien gibt, die die Gegenthese stützen. Lowery stellt fest, dass der Public-Choice-Ansatz hegemonial geworden ist. So bemächtigt sich Lowery dieser Theorie, um die Debatte zu verjüngen (Lowery 1999:30). weiterlesen →