Archiv der Kategorie: Renzensionen

Film: Within Formal Cities

Am 18. Juli zeigte das Pavilleon unter dem Titel «Urban Shorts» den Film «Within Formal Cities», das Architekten zeigt, wie sie partizipatives Bauen in Lateinamerika einfangen. Der laue Sommerabend hat so viel interessiertes Publikum angezogen, dass der Film zwei Mal gescreent wurde.

Die Architekten Brian Gaudio und Abraham Drechsler nähern sich dem Thema von Wohn- und Infrastrukturprojekten in Lima, Santiago, Rio de Janeiro, São Paulo und Bogotá, indem sie mit den unterschiedlichen Beteiligten sprechen. Die Relevanz des Themas ergibt sich aus der Tatsache, dass 80% der Bevölkerung in Lateinamerika in Städten lebt und aus dem Umstand, dass ein Teil dieser Städte Favelas sind. Viele urbane Zonen, nicht nur Favelas, leiden unter schwachen Infrastrukturen (z.B. Abwasserentsorgung) und sie sind für Projektentwickler äusserst uninteressant. Wo das Überleben an erster Stelle steht, ist die Rolle von Gestaltern unklar. weiterlesen →

Städtische versus ländliche Schweiz? (Kreis 2015)

Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.

Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →

Wachstumsschmerzen (Hengartner und Schindler 2014)

Der Sam­melband «Wachstumsschmerzen» ist bezieht sich auf die gleichnamige Veranstaltungsreihe der Stadtentwicklung Zürich und der Universität Zürich im Herbst 2013 (vgl. den Blogbeitrag zum Vortrag von Saskia Sassen).

Autorinnen und Autoren ­unterschiedlicher Disziplinen betrachten mit ihrer Brille urbane Veränderungsprozesse. Die Stadt Zürich ist ein interessantes Beispiel: Vor zwanzig Jahren war die Stadt anderen Rahmenbedingungen konfrontiert, nämlich mit Stadtflucht, Stagnation und Überalterung. Heute befasst man sich wieder mit den Folgen des Wachstums – die Stadt ist wieder ein attraktiver Ort zum Wohnen und zum Arbeiten. weiterlesen →

Wohnen in der Agglo: werk, bauen + wohnen 9-2014

Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Architekturzeitschrift «werk, bauen + wohnen» befasst sich mit dem Wohnen in der Agglomeration.

Wie Roland Züger in «Die Stadt ist in der Agglo angekommen» schreibt, finden derzeit wichtige Entwicklungen in der Agglomeration statt. Züger pointiert seine Aussage dahingehend, dass Stadt im Sinne von «gleichgültig-ungestörtem Leben nebeneinander» (mit dem Verweis auf Georg Simmel, der vor über hundert Jahren schon die Grundvoraussetzung für Urbanität nannte, nämlich die Anonymität) nur noch in der Agglomeration entstehe. Voraussetzung für Urbanität ist, dass neben den Häusern auch die Strassenräume geplant würden. Züger sieht dieses Unterfangen beim Beispiel des Richti-Quartiers in Wallisellen gelungen. Richti kann auch seine Qualität der Dichte ausspielen, weil der Stadtteil sehr gut angebunden ist (Glattalbahn, S-Bahn. Autobahn). weiterlesen →

Die gute Adresse (Hermann und Leuthold 2002)

Die beiden Geografen Hermann und Leuthold veröffentlichten 2002 eine innovative Arbeit zu Lebensstilen und städtischer Segregeation. Die Autoren stellen die These auf, dass die Segregation entlang von Lebensstilen erfolgt. Es gibt keine allgemein intersubjektiv anerkannte Hierarchie des guten Quartiers. Wohnideale richten sich sowohl nach Möglichkeiten (Ressourcen) als auch nach Ansprüchen. Dies hat verschiedene Konsequenzen. Weiterlesen...

Raum und Macht: Die Stadt zwischen Vision und Wirklichkeit (Mäder et al. 2014)

Das vor kurzem erschienene Buch «Raum und Macht» widmet sich dem Leben und Wirken von Lucius  und Annemarie Burckhardt. Burckhardt, seines Zeichens Soziologe und Nationalökonom,  gilt als Erfinder der «Spaziergangswissenschaft» und wichtiger Ideengeber der sozialen Stadt- und Raumplanung.

Promenadologie

Die Promenadologie sollte die Umweltwahrnehmung erweitern und neben den sichtbaren auch die unsichtbaren Phänomene einer Stadt, und neben wirtschaftlicher und politische Aspekte auch soziale Beziehungen berücksichtigen. Exemplarisch wird im Buch die Exkursion nach «Tahiti» erwähnt: Burckhardt erzählt seinen Kasseler Studenten bei einer Begehung eines Naturschutzgebietes (einem ehemaligen Truppeübungsplatz) aus George Fosters Tahiti-Bericht, der 1772 den Seefahrer James Cook in die Südsee begleitet hat. Die Landschaft erscheint nunmehr als etwas Gemachtes – und damit verbunden die Frage, wie Menschen Natur und Landschaft wahrnehmen und wie die Erkenntnisse in Raumplanung umgesetzt werden könnten. weiterlesen →

Sozialbericht 2012: Fokus Generationen

Der Sozialbericht 2012, der am Schweizer Kompetenzzentrum FORS realisiert wurde, liefert aktuelle Zahlen bzw. Indikatoren zur sozialen Lage in der Schweiz. Der Sozialbericht, der alle vier Jahre erscheint, fokussiert seiner vierten Ausgabe auf die Generationenbeziehungen in der Schweiz.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass es in der Schweiz keinen Generationenkonflikt gibt. Innerhalb der Familien sind Generationenbeziehungen vorhanden, ausserhalb der Familien leben die Jungen und die Altern jedoch aneinander vorbei. weiterlesen →