Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Film: Within Formal Cities

Am 18. Juli zeigte das Pavilleon unter dem Titel «Urban Shorts» den Film «Within Formal Cities», das Architekten zeigt, wie sie partizipatives Bauen in Lateinamerika einfangen. Der laue Sommerabend hat so viel interessiertes Publikum angezogen, dass der Film zwei Mal gescreent wurde.

Die Architekten Brian Gaudio und Abraham Drechsler nähern sich dem Thema von Wohn- und Infrastrukturprojekten in Lima, Santiago, Rio de Janeiro, São Paulo und Bogotá, indem sie mit den unterschiedlichen Beteiligten sprechen. Die Relevanz des Themas ergibt sich aus der Tatsache, dass 80% der Bevölkerung in Lateinamerika in Städten lebt und aus dem Umstand, dass ein Teil dieser Städte Favelas sind. Viele urbane Zonen, nicht nur Favelas, leiden unter schwachen Infrastrukturen (z.B. Abwasserentsorgung) und sie sind für Projektentwickler äusserst uninteressant. Wo das Überleben an erster Stelle steht, ist die Rolle von Gestaltern unklar. weiterlesen →

Historisches Ensemble «Hirschen» in Oberstammheim

Am Europäischen Tag des Denkmals, das 2015 unter dem Motto «Austausch – Einfluss» stand, konnte in Oberstammheim der Gasthof Hirschen und das dazugehörige Ensemble besichtigt werden. Warum findet ein rurales und zugleich für Zürcher Verhältnisse abgelegenes (stündliche Verbindungen mit dem ÖV nach Winterthur, Frauenfeld und Diessenhofen) Ensemble Resonanz in diesem Blog?

Begrüssung und Referat im Stall
Begrüssung und Referat im Stall

Die Voraussetzung, den Gasthot Hirschen am Laufen zu halten, scheint in der peripheren Lage keine einfache Aufgabe. Fritz Wehrli-Schindler streicht sodann die guten Seiten des Konzeptes vor: Das Wirtepaar Schumacher, seit 2008 im Hirschen, kocht mit regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln und serviert schenkt regionale Weine aus. Sie achten darauf, dass sowohl Feinschmecker aus der Ferne (Gault Millau) als auch die Dorfbewohner gerne das Lokal frequentieren. weiterlesen →

Jane’s Walk an der Badenerstrasse

Am ersten Mai-Sonntag finden in Erinnerung an die Stadtaktivistin Jane Jacobs in vielen Städten Jane’s Walks statt. In Zürich führte am Abend vom 3. Mai Marie-Anne Lerjen durch einen Abschnitt der Badenerstrasse.

In der Nähe vom Restaurant Freihof fanden wir den Weg in ein kleines Gebiet mit zweigeschossigen Reiheneinfamilienhäusern (Rudenzweg). Unsere Gruppe wurde schnell von Quartierbewohnern neugierig begutachtet und so kamen wir auch schnell ins Gespräch. Das Quartier hinterliess den Eindruck, sehr belebt zu sein. Das Quartier ist – von dem, was wir an dem Abend gesehen haben – mindestens in zweierlei Hinsicht speziell entlang der Badenerstrasse: es ist belebt und nicht hoch gebaut. weiterlesen →

Vielfältiges Gärtnern in Zürich: Expedition mit Karl dem Grossen

Auf Initiative des Zentrums Karl der Grosse spazierte ein gutes Dutzend Garteninteressierter Ende April durch die Quartiere Hard und Altstetten.

Gartenberater Hans Grob machte eine kurze Einführung mit einem historischen Abriss zum Gärtnern in Zürich. Familiengärten dienten anfänglich hauptsächlich der Ernährung der armen Bevölkerung (Eine weitere Erklärung, wonach die Gärten  der Disziplinierung der Bevölkerung und dem Fernhalten von Alkohol und Politik dienten, findet sich z.B. hier). Mitte 20. Jahrhunderts war die Mitgliederzahl am höchsten; danach war sie rückläufig. weiterlesen →

«Zürich neu erfinden»: Expedition beim Zentrum Karl der Grosse

Am 16. April fand unter der Leitung von Miko Hucko, Micha Küchler und Iren Weber von der Social Space Agency (SoSA) beim Zentrum Karl der Grosse eine Exkursion statt, in der Konventionen bewusst gemacht wurden und die dann – auf drei Gruppen verteilt – durchbrochen wurden. Wir «Karlstädter» haben uns dabei unsere Stadt jenseits der Zürcher Mythen gefunden.

Das Conceptual Framework ist schnell erklärt: Die Stadt wird als Toolbox gebraucht. Mit einfachen Techniken, wie dem «Tempo Control» (wie schnell und mit welcher Wahrnehmung man durch die Stadt geht) und dem «Distance Manipulator» werden grundlegende Muster bewusst gemacht und damit gespielt. So werden neue Erfahrungen ermöglicht. Mit etwas Übung und einer persönlichen Karte der Karlstadt, kann man z.B. seinen Gemütszustand beeinflussen. Das Projekt ist nicht nur ein persönliches. Es sollen Erfahrungen geteilt werden. weiterlesen →

«Die Zukunft des Schlafens» – GDI-Studie

Das Einrichtungshaus Pfister hat am 19. Februar zu einer Abendveranstaltung eingeladen, wo die Studie «Die Zukunft des Schlafens» des GDI Gottlieb Duttweiler Institutes, die im Auftrag von Möbel Pfister AG und der Hilding Anders Norway AS (Jensen-Betten) durchgeführt wurde, vorgestellt wurde.

Hintergrund ist die «Always-on-Gesellschaft», d.h. eine Gesellschaft, in der sich – zumindest in der Erwerbsbevölkerung – die faktische Norm der zeitlichen und räumlichen Entgrenzung durchgsetzt hat. Die Autorinnen Daniela Tenger und Karin Frick stellen fest, dass durch die neuen Technologien, mobile Arbeitsformen und flexible Lebensstile der Schlaf zunehmend bedroht ist. Gleichzeitig ergibt die Befragung von 1070 Deutsch- und Westschweizern im Alter von 15 bis 74 Jahren, dass die Bedeutung des Schlafes in den letzten zehn Jahren verändert hat. Ein beachtlicher Anteil der Befragten (46%) gibt an, weniger zu schlafen und dass sie schlechter schlafen (35%). Die Befragten geben an, das der Stellenwert des Schlafes in den letzten zehn Jahren zugenommen hat. weiterlesen →

Podium: Wie viel ist das Zürcher «Nightlife» wert?

Im Plaza Klub, mitten im Kreis 4, fand am 20. Januar ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, zum Nachtleben in Zürich statt. In den letzten zwanzig Jahren nahm die Zahl der sogenannten Nachtcafé-Bewilligungen von 88 auf 646 zu. Die Klubs haben ein Fassungsvermögen von 90’000 Personen. Diese Zahlen machen die Dimension des Nachtlebens deutlich.

Die Diskussion zeigte schnell, dass der Hauptkonflikt, der das Nachtleben mit sich bringt, zwischen Wohnen und Ausgang herrscht. Stadtrat Richard Wolff spricht von 4’000 Lärmklagen pro Jahr. Lange Zeit hat sich im Kreis 4 das Nachtleben in ehemaligen Industriearealen abgespielt weiterlesen →

Jasmina Ritz‘ Plädoyer für die «Limmatstadt»

Im Rahmen der «Winterreden», einer an die Londoner Speakers‘ Corner angelehnte Reihe öffentlichen Vortrags am Zentrum Karl der Grosse, sprach letzten Freitag «Stadtgründerin» Jasmina Ritz über die «Limmatstadt».

Ritz geht auf die Bedeutung des Westens der Stadt Zürich in ihrer Geschichte ein. Die Stadtgründerin spricht von der grossen Zukunft, die die Region an der Limmat haben wird und die Wachstumssymptome von Zürich parieren kann. Auch Planungen wie Kongresshaus oder Fussballstadion müssten nicht in der Stadt Zürich selbst gebaut werden; vieles spricht dafür, nicht in den bestehenden Grenzen zu denken. weiterlesen →

«Gen-was? Was bedeutet Gentrifizierung für Zürich?» Debatte im Zentrum Karl der Grosse

Am 11. Dezember luden das Zentrum Karl der Grosse, «die Perspektive» und Foraus Zürich zum Podiumsgespräch zum Thema Gentrifizierung. Simon Jacoby (die Perspektive) leitet das Gespräch, bei dem die Meinungen der Direktorin der Stadtentwicklung der Stadt Zürich, Anna Schindler, der FDP-Kantonsrätin Carmen Walker-Späh und Jordi Riegg vom Verein Zitrone aufeinandertreffen.

Nach Ansicht von Riegg sind neben den Mietern die Kulturschaffenden von Gentrifzierung betroffen; ihnen fehlen geeignete Räume. Häufig werden sie an den Stadtrand verdrängt und in der Regel sind es Zwischennutzungen. Ein Problem sehen Kulturschaffende in der Tatsache, dass nichts von Bestand sein wird. Für Riegg besteht das Problem Zürichs darin, dass die Stadt bis ins letzte Detail geplant ist. weiterlesen →

Soziologischer Stadtspaziergang durch Basel

Die Wochenzeitung WOZ, der Rotpunktverlag und das Seminar für Soziologie der Universität Basel haben  Stadtspaziergänge zum Thema «Raum und Macht» organisiert (vgl. Blogeintrag zum Buch). Am 4. Oktober ging es, thematisch angeleitet mit Lucius Burckhardts Blick auf die Stadt, durch Basel.

Verhinderte Verkehrsachse

Man traf sich in der Brasserie des Basler Bahnhofs und spazierte in Richtung Aeschenvorstadt, deren Umbau zur verkehrsreichen «Talentlastung» dank dem Engagement von Lucius und Annemarie Burckhardt verhindert werden konnte. Burckhardt setzte sich an der ETH Zürich und an der Hochschule Kassel mit der Frage der Partizipation der Bevölkerung bei der Gestaltung von urbanen Räumen auseinander. weiterlesen →

Wohnformen im Alter: Podium im Sozialarchiv

Am 3. Oktober fand im Sozialarchiv in der Reihe «Drittes Lebensalter – Eine neue Generation im Aufbruch» auf Einladung von François Höpflinger ein Podium zum Thema «neue Wohnformen im Alter – generationengemischt» statt.

Das Thema der neuen Wohnformen ergibt sich aus dem Wunsch vieler älterer Menschen, mit jüngeren Menschen in Kontakt zu sein. Am Beispiel der Siedlung Giesserei Winterthur (vgl. Blogeintrag) wurde von der Bewohnerin Ruth Deutsch gezeigt, wie generationengemischtes Wohnen funktioniert. Das Beispiel der Giesserei zeigt, dass ein partizipativer Prozess bei der Planung gut auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen kann. Die Nachfrage nach den Wohnungen war so gross, dass anstelle von ursprünglich 25 Wohnungen am Ende 155 Wohnungen realisiert wurden (Hofer 2013). weiterlesen →

Metron-Tagung 2013, Teil 3

Hier folgt der letzte Teil des Rückblicks auf die Metron-Tagung 2013

Raumplanung in Winterthur

Fritz Zollinger, Projektleiter bei der Stadtentwicklung Winterthur, berichtet von der Mobilitätssteuerung bei der Stadtteilentwicklung. Konkret geht es um das neue urbane Zentrum Neuhegi-Grüze, wo sich mehrere Massnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen. Das gemischte Quartier (d.h. 2/3 bleibt weiterhin Industriezone und ist somit nicht mit Zürich-West vergleichbar) Neuhegi-Grüzi hat bis 2030 ein Potential von 4’000 Einwohnern und 10’000 Arbeitsplätzen. Die Verkehr soll sich v.a. auf den öffentlichen Verkehr, Velo- und Fussgängerverkehr abstützen. Dazu werden mehr bzw. auch direkte Verbindungen ab Zürich eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu vereinfachen. Um dem motorisierten Inidividualverkehr Einhalt zu gebieten, wird auf raumplanerische Mittel zurückgegriffen. So wird z.B. die Nutzung für Fachmärkte und für Verkaufsflächen über 1’000 m2 ausgeschlossen, da sie viel MIV erzeugen. Mischnutzungen sollen kurze Wege erzeugen, dem öffentlichen Raum wird hohe Aufenthaltsqualität eingeräumt. Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und schnelle und sichere Veloverbindungen in die angrenzenden Quartiere erhöhen die Attraktivität des neuen Zentrums. weiterlesen →

Metron-Tagung 2013, Teil 2

Fortsetzung von «Und wir bewegen uns doch!» – Metron-Tagung 2013

Verkehrsmanagement am Beispiel Zürichs

Jürg Christen von Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich kommt auf die hochverdichteten Strassenräume und das dafür entwickelte Verkehrsmanagement in der Agglomeration Zürich zu sprechen (seit 2007 in Betrieb). Das angebotsorientierte adaptive Verkehrsmanagement richtet sich insbesondere in Spitzenzeiten am Morgen und am Abend nach den Kapazitäten in der Stadt. D.h. an den Einfallsachsen wird der hineinfliessende Verkehr so gepuffert, dass der Verkehr innerhalb der Stadt nicht kollabiert. Dazu messen an Knotenpunkten in der Stadt dauernd Detektoren die Verkehrsfrequenzen, womit die Lichtsignalanlagen innerhalb eines Gebietes gesteuert werden. Gebiete sind wiederum miteinander verknüpft, damit z.B. die grüne Welle funktioniert. Bei einer Überstauung bei einem Gebiet werden die Grünzeiten der nächsten Lichtsignalanlagen angepasst. Gleichsam wird zu Spitzenzeiten der einfliessende Verkehr gepuffert: Die Verkürzung der Grünphase um eine Sekunde bedeutet drei Kilometer weniger Stau in der Stadt. weiterlesen →

«Und wir bewegen uns doch!» – Metron-Tagung 2013

Die Planungsfirma Metron AG (Spezialisierung in Architektur, Raumentwicklung, Landschafts- und Verkehrsplanung) hat am 7. November zur Tagung in den Campussaal Brugg Windisch geladen.

Gedanken zur Raumplanung

In seinen einleitenden Worten verwies das GL-Mitglied Rupert Wimmer auf die Zeit, die wir täglich für Mobilität aufwenden, konstant ist (80-90 Minuten pro Tag). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass neue Angebote neue Nachfrage schaffen; neue Infrastruktur bewirkt nicht eine Reisezeitverkürzung, sondern längere Fahrten. Bei höherer Bebauungsdichte nimmt der Anteil von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr zu (dieser Anteil nimmt auch bei besserer Nutzungsmischung der Quartiere zu), der Anteil an motorisiertem Verkehr ab. Im Weiteren plädiert Wimmer für eine Beurteilung der Verkehrsträger nach Leistungsfähigkeit und der Verdichtung bei Siedlungsgebieten mit geringer Dichte, den Einfamilienhausquartieren, wo ca. die Hälfte der Bevölkerung wohnt. weiterlesen →

Saskia Sassen: The Global City: Today’s Frontier Zone

Die Soziologin Saskia Sassen sprach am 22. Oktober 2013 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wachstumsschmerzen“ der Universität Zürich und der Stadtentwicklung der Stadt Zürich zum Thema «Global Cities».

Global Cities sind Städte, die im Zentrum eines transnationalen Städtesystems stehen, wobei sich Städte auf einen Bereich spezialisieren, z.B. als Sitz von Banken, transnationalen Konzernen, Buchprüfungsfirmen oder anderen Dienstleitstungsunternehmen. Zürich zählt aufgrund der grossen Bedeutung des Finanzplatzes zu den «Global Cities». weiterlesen →

Braucht Zürich visionäre Projekte?

«Zukunft ist mehr als eine Perfektionierung der Gegenwart.»

Angelus Eisinger

Der Diskussions-Apéro zur Ausstellung «Verwegen, verworfen, verpasst» war in seiner Besetzung – Brigit Wehrli-Schindler (Gastgeberin; Direktorin Stadtentwicklung Zürich), der Urbanisumsberater Thomas Sevcik (Fokus: Wachstum), Architekt Marcel Meili (findet den Begriff «visionär» problematisch) und Historiker Angelus Eisinger (visionär heisse zukunftsfähig) übersetzt – kontrovers.

Vor der Diskussion gab es Inputreferate – insgesamt gab es spannende Refexionen über Visionen. Für Meili muss die Vision den Denk- bzw. Handlungsraum weiten, soll aber nicht mit Phantasie gleichgesetzt werden, sozusagen eine «sanfte Gewaltanwendung an der Wirklichkeit – bis zur Schmerzgrenze». «Stille» aber visionäre Projekte sind in Zürich die S-Bahn und der Wohnungsbau. weiterlesen →