Metron-Tagung 2013, Teil 3

Hier folgt der letzte Teil des Rückblicks auf die Metron-Tagung 2013

Raumplanung in Winterthur

Fritz Zollinger, Projektleiter bei der Stadtentwicklung Winterthur, berichtet von der Mobilitätssteuerung bei der Stadtteilentwicklung. Konkret geht es um das neue urbane Zentrum Neuhegi-Grüze, wo sich mehrere Massnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen. Das gemischte Quartier (d.h. 2/3 bleibt weiterhin Industriezone und ist somit nicht mit Zürich-West vergleichbar) Neuhegi-Grüzi hat bis 2030 ein Potential von 4’000 Einwohnern und 10’000 Arbeitsplätzen. Die Verkehr soll sich v.a. auf den öffentlichen Verkehr, Velo- und Fussgängerverkehr abstützen. Dazu werden mehr bzw. auch direkte Verbindungen ab Zürich eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu vereinfachen. Um dem motorisierten Inidividualverkehr Einhalt zu gebieten, wird auf raumplanerische Mittel zurückgegriffen. So wird z.B. die Nutzung für Fachmärkte und für Verkaufsflächen über 1’000 m2 ausgeschlossen, da sie viel MIV erzeugen. Mischnutzungen sollen kurze Wege erzeugen, dem öffentlichen Raum wird hohe Aufenthaltsqualität eingeräumt. Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und schnelle und sichere Veloverbindungen in die angrenzenden Quartiere erhöhen die Attraktivität des neuen Zentrums.

Strassenparkplätze in Zürich

Erich Willi, Verkehrsplaner beim Tiefbauamt der Stadt Zürich, spricht über den Umgang mit Strassenparkplätzen in der Stadt Zürich. Hier weiss man, dass Strassenparkplätze stärker ausgelastet sind als Abstellplätze in Parkhäusern. Im Weiteren entfällt nur rund ein Viertel der Umsätze in der City auf die Autokundschaft; drei Viertel entfallen auf Benutzer des öffentlichen Verkehrs, Fussgänger und Velofahrer. Die Mehrheit der Passanten und des Gewerbes bevorzugt umgestaltete Strassenräume (Bsp. Rennweg) gegenüber dem Durchgangsverkehr. Die Gestaltung von Strassenräumen ist häufig autodominiert, auch im Zentrum und in Wohnquartieren. Die Berücksichtigung anderer Bedürfnisse geht zulasten der Strassenparkplätze.

Mobilität aus Unternehmenssicht

Monika Tschannen, Mobilitätsberaterin bei Rundum Mobil GmbH, legt ihren Fokus auf die Mobilitätsnutzer. Mit Information und gezielten Anreizen sollen die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst werden. Bei der Beratung von Unternehmen sind typische Massnahmen z.B.

  • Förderung der Nutzung es öffentlichen Verkehrs
  • Parkplatzbewirtschaftung
  • Veloförderung
  • Sharing-Systeme
  • flexible Arbeitsmodelle

Wichtig für den Erfolg ist dabei, dass das Management hinter dem Mobilitätsmanagement steht. Das Mobilitätsmanagement wirkt sich wiederum auf den Lebensstil aus.

GESEWO Winterthur: Mehrgenerationenhaus

Abschliessend bleibt festzuhalten, dass die Metron-Tagung 2013 ein breites Spektrum in Raumentwicklung, Landschafts- und Verkehrsplanung abdeckt und den aktuellen Diskurs in den Bereichen sehr gut wiedergibt. Einzelne Fragestellungen wurden in Workshops vertieft. Meine Wahl fiel auf den Workshop bei Jürg Altwegg, Projektleiter Mehrgenerationenhaus Giesserei Winterthur, der über erste Erfahrungen mit (fast) autofreiem Wohnen berichtet hat. Die Siedlung ist als gemischte Nutzung definiert: für 10 Gewerbetreibende und 155 Wohnungen gibt es gerade noch 24 Parkplätze und 580 Veloparkplätze. Die Veloparkplatzzahl bemisst sich an der Wohnungsgrösse (1 Parkplatz pro Zimmer) und wird mit je 5 CHF pro Monat abgegolten. Weiterhin innovativ an dem Projekt ist die Beteiligung der künftigen Bewohner am Planungsprozess. So konnte auf die Bedürfnisse der Bewohner eingegangen werden.

 

Das Themenheft 29, das zur Tagung erschienen ist und die Beiträge der Referenten enthält, kann bei Metron bezogen werden.

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