Schlagwort-Archive: Governance

Reformen bei der Bereitstellung öffentlicher Güter? Zürich befragt seine Bewohner

Ende August habe ich vom Kanton Zürich einen Fragebogen erhalten. Das Gemeindeamt befragt die Zürcher Bevölkerung zum Thema der öffentlichen Güter. Dabei geht es um

  • Fragen der lokalen Identität
  • das Wohlfühlen in der Wohngemeinde
  • die Wichtigkeit von bestimmten öffentlichen Gütern
  • die Zufriedenheit mit Dienstleistungen in der Wohngemeinde
  • die Meinung zu Aspekten in einer idealen Gemeinde
  • die Meinung zu Aspekten in der aktuellen Wohngemeinde
  • Kommunikation mit der Wohngemeinde
  • die Meinung zur Steuerbelastung in der Wohngemeinde
  • die Einschätzung der finanziellen Situation der Wohngemeinde
  • die Bereitschaft, Dienstleistungen künftig von einer Nachbargemeinde zu beziehen

Die Befragung zeigt, wie aktuell und relevant die Diskussion um die Bereit­stellung von öffentlichen Gütern ist (vgl. Urban-Governance-Beiträge: New Regionalism; Public Choice; Metropolitan Reform).  So fragt der Kanton Zürich konkret, welche Option vom Bewohner gewünscht wird, wenn die Wohngemeinde die Dienstleistung nicht mehr selbständig bereitstellen kann: weiterlesen →

Städtische versus ländliche Schweiz? (Kreis 2015)

Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.

Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →

Urban Governance: New Regionalism

Im New Regionalism, der in den 1990er-Jahren aufgekommen ist, erfolgt die Steuerungsleistung auf freiwilliger Basis in relativ stabilen und auf Kooperation zielenden Akteurssystemen (Kübler 2003:539).

Problembeschreibung des New Regionalism

Die Lösungsvorschläge der Metropolitan Reform und des Public Choice bezogen sich auf die Bewertung der institutionellen Fragmentierung im urbanen Raum. Die Bewertung wurde anhand von Effizienz, Verteilungsgerechtigkeit und Partizipationsmöglichkeiten vorgenommen. Lowery (1999) kommt beim Vergleich der Bewertungen zum Schluss, dass kongruente Ergebnisse nie gefunden werden und dass es für jede Studie, die die eine These stützt, es Gegenstudien gibt, die die Gegenthese stützen. Lowery stellt fest, dass der Public-Choice-Ansatz hegemonial geworden ist. So bemächtigt sich Lowery dieser Theorie, um die Debatte zu verjüngen (Lowery 1999:30). weiterlesen →

Urban Governance: Public Choice

Die Entwicklungslinie des Public Choice im Bereich der Metropolitan Governance kann als Antwort auf die bis anhin vorherrschende Metropolitan-Government-School betrachtet werden. Die Vertreter des Public Choice sehen die Vorteilhaftigkeit der institutionellen Fragmentierung und des Wettbewerbs.

Problembeschreibung des Public Choice

Aus Sicht der Public-Choice-Schule reflektieren – auf lokaler Ebene – die öffentlichen Güter die Präferenzen der Bürger. Der Public-Choice-Ansatz geht davon aus, dass vollständig informierte Bürger sich jene Gemeinde aussuchen, die ihnen die benötigten öffentlichen Güter zu einem vorteilhaften Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. weiterlesen →

Urban Governance: Metropolitan Reform

Die Denkschule der Metropolitan Reform nahm ihren Anfang um 1900 und fand zwischen 1960 und 1970 mit den Metropolitan Governments ihren Höhepunkt. Mit der Suburbanisierung, d.h. der Ausdehnung des urbanen Raumes über die Grenzen der Kernstadt hinweg in die angrenzen­den Gemeinden (und später mit der Periurbanisierung auch noch darüber hinaus «ins Grüne»), werden Probleme manifest. Metropolitan Reformers sehen den Kern der Probleme bei den öko­nomischen, sozialen und fiskalischen Disparitäten, die eine institutionelle Fragmentierung mit sich bringen. Daher befürworten sie eine Konsolidierung des urbanen Raumes. Neben der Aus­gleichung von Ungleichheiten erlaubt die Metropolitan Reform zudem eine übergeordnete stra­tegische Planung. weiterlesen →