Schlagwort-Archive: Mobilität

Städtische versus ländliche Schweiz? (Kreis 2015)

Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.

Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →

«Die Zukunft des Schlafens» – GDI-Studie

Das Einrichtungshaus Pfister hat am 19. Februar zu einer Abendveranstaltung eingeladen, wo die Studie «Die Zukunft des Schlafens» des GDI Gottlieb Duttweiler Institutes, die im Auftrag von Möbel Pfister AG und der Hilding Anders Norway AS (Jensen-Betten) durchgeführt wurde, vorgestellt wurde.

Hintergrund ist die «Always-on-Gesellschaft», d.h. eine Gesellschaft, in der sich – zumindest in der Erwerbsbevölkerung – die faktische Norm der zeitlichen und räumlichen Entgrenzung durchgsetzt hat. Die Autorinnen Daniela Tenger und Karin Frick stellen fest, dass durch die neuen Technologien, mobile Arbeitsformen und flexible Lebensstile der Schlaf zunehmend bedroht ist. Gleichzeitig ergibt die Befragung von 1070 Deutsch- und Westschweizern im Alter von 15 bis 74 Jahren, dass die Bedeutung des Schlafes in den letzten zehn Jahren verändert hat. Ein beachtlicher Anteil der Befragten (46%) gibt an, weniger zu schlafen und dass sie schlechter schlafen (35%). Die Befragten geben an, das der Stellenwert des Schlafes in den letzten zehn Jahren zugenommen hat. weiterlesen →

Studie: Nutzung von E-Bikes

Das Velojournal (Artikel nicht öffentlich) präsentiert in der aktuellen Ausgabe die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Nutzern von E-Bikes (die Studie hat der Bund durchgeführt).

Die meisten E-Bike-Besitzer (38%) nutzen das E-Bike zur Fahrt zur Arbeit; 33% nutzen es in der Freizeit. Nach Wohnort unterschieden benutzen die Bewohner von Zentren und Agglomerationen das E-Bike häufiger für den Arbeitsweg als Personen, die in Dörfern oder Streusiedlungen wohnen. Für Bewohner im ländlichen Raum steht der Freizeitnutzen im Vordergrund. weiterlesen →

Impressionen aus Paris

Ein Wochenendausflug nach Paris Anfang Dezember hat verschiedene Eindrücke hinterlassen.

Vélib‘

Für mich war es das erste Mal, dass ich vom Veloverleih Vélib‘ Gebrauch gemacht habe. Es handelt sich um ein System mit rund 20’000 Velos verteilt auf mehr als tausend Stationen. Ich hatte die Gelegenheit, das System mit einer RFID-Jahreskarte hat (es gibt auch Optionen für Touristen), kann der Spass losgehen. Man geht zur nächsten Station, die noch freie Velos hat – eine Karten-App informiert über die Belegung der Stationen – entriegelt mit der RFID-Karte das Velo und fährt los. Die Velos wurden so vandalensicher wie möglich gemacht: weiterlesen →

Metron-Tagung 2013, Teil 2

Fortsetzung von «Und wir bewegen uns doch!» – Metron-Tagung 2013

Verkehrsmanagement am Beispiel Zürichs

Jürg Christen von Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich kommt auf die hochverdichteten Strassenräume und das dafür entwickelte Verkehrsmanagement in der Agglomeration Zürich zu sprechen (seit 2007 in Betrieb). Das angebotsorientierte adaptive Verkehrsmanagement richtet sich insbesondere in Spitzenzeiten am Morgen und am Abend nach den Kapazitäten in der Stadt. D.h. an den Einfallsachsen wird der hineinfliessende Verkehr so gepuffert, dass der Verkehr innerhalb der Stadt nicht kollabiert. Dazu messen an Knotenpunkten in der Stadt dauernd Detektoren die Verkehrsfrequenzen, womit die Lichtsignalanlagen innerhalb eines Gebietes gesteuert werden. Gebiete sind wiederum miteinander verknüpft, damit z.B. die grüne Welle funktioniert. Bei einer Überstauung bei einem Gebiet werden die Grünzeiten der nächsten Lichtsignalanlagen angepasst. Gleichsam wird zu Spitzenzeiten der einfliessende Verkehr gepuffert: Die Verkürzung der Grünphase um eine Sekunde bedeutet drei Kilometer weniger Stau in der Stadt. weiterlesen →

«Und wir bewegen uns doch!» – Metron-Tagung 2013

Die Planungsfirma Metron AG (Spezialisierung in Architektur, Raumentwicklung, Landschafts- und Verkehrsplanung) hat am 7. November zur Tagung in den Campussaal Brugg Windisch geladen.

Gedanken zur Raumplanung

In seinen einleitenden Worten verwies das GL-Mitglied Rupert Wimmer auf die Zeit, die wir täglich für Mobilität aufwenden, konstant ist (80-90 Minuten pro Tag). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass neue Angebote neue Nachfrage schaffen; neue Infrastruktur bewirkt nicht eine Reisezeitverkürzung, sondern längere Fahrten. Bei höherer Bebauungsdichte nimmt der Anteil von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr zu (dieser Anteil nimmt auch bei besserer Nutzungsmischung der Quartiere zu), der Anteil an motorisiertem Verkehr ab. Im Weiteren plädiert Wimmer für eine Beurteilung der Verkehrsträger nach Leistungsfähigkeit und der Verdichtung bei Siedlungsgebieten mit geringer Dichte, den Einfamilienhausquartieren, wo ca. die Hälfte der Bevölkerung wohnt. weiterlesen →