Schlagwort-Archive: öffentlicher Verkehr

Städtische versus ländliche Schweiz? (Kreis 2015)

Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.

Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →

Studie: Nutzung von E-Bikes

Das Velojournal (Artikel nicht öffentlich) präsentiert in der aktuellen Ausgabe die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Nutzern von E-Bikes (die Studie hat der Bund durchgeführt).

Die meisten E-Bike-Besitzer (38%) nutzen das E-Bike zur Fahrt zur Arbeit; 33% nutzen es in der Freizeit. Nach Wohnort unterschieden benutzen die Bewohner von Zentren und Agglomerationen das E-Bike häufiger für den Arbeitsweg als Personen, die in Dörfern oder Streusiedlungen wohnen. Für Bewohner im ländlichen Raum steht der Freizeitnutzen im Vordergrund. weiterlesen →

Jasmina Ritz‘ Plädoyer für die «Limmatstadt»

Im Rahmen der «Winterreden», einer an die Londoner Speakers‘ Corner angelehnte Reihe öffentlichen Vortrags am Zentrum Karl der Grosse, sprach letzten Freitag «Stadtgründerin» Jasmina Ritz über die «Limmatstadt».

Ritz geht auf die Bedeutung des Westens der Stadt Zürich in ihrer Geschichte ein. Die Stadtgründerin spricht von der grossen Zukunft, die die Region an der Limmat haben wird und die Wachstumssymptome von Zürich parieren kann. Auch Planungen wie Kongresshaus oder Fussballstadion müssten nicht in der Stadt Zürich selbst gebaut werden; vieles spricht dafür, nicht in den bestehenden Grenzen zu denken. weiterlesen →

Metron-Tagung 2013, Teil 3

Hier folgt der letzte Teil des Rückblicks auf die Metron-Tagung 2013

Raumplanung in Winterthur

Fritz Zollinger, Projektleiter bei der Stadtentwicklung Winterthur, berichtet von der Mobilitätssteuerung bei der Stadtteilentwicklung. Konkret geht es um das neue urbane Zentrum Neuhegi-Grüze, wo sich mehrere Massnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen. Das gemischte Quartier (d.h. 2/3 bleibt weiterhin Industriezone und ist somit nicht mit Zürich-West vergleichbar) Neuhegi-Grüzi hat bis 2030 ein Potential von 4’000 Einwohnern und 10’000 Arbeitsplätzen. Die Verkehr soll sich v.a. auf den öffentlichen Verkehr, Velo- und Fussgängerverkehr abstützen. Dazu werden mehr bzw. auch direkte Verbindungen ab Zürich eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu vereinfachen. Um dem motorisierten Inidividualverkehr Einhalt zu gebieten, wird auf raumplanerische Mittel zurückgegriffen. So wird z.B. die Nutzung für Fachmärkte und für Verkaufsflächen über 1’000 m2 ausgeschlossen, da sie viel MIV erzeugen. Mischnutzungen sollen kurze Wege erzeugen, dem öffentlichen Raum wird hohe Aufenthaltsqualität eingeräumt. Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und schnelle und sichere Veloverbindungen in die angrenzenden Quartiere erhöhen die Attraktivität des neuen Zentrums. weiterlesen →

Metron-Tagung 2013, Teil 2

Fortsetzung von «Und wir bewegen uns doch!» – Metron-Tagung 2013

Verkehrsmanagement am Beispiel Zürichs

Jürg Christen von Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich kommt auf die hochverdichteten Strassenräume und das dafür entwickelte Verkehrsmanagement in der Agglomeration Zürich zu sprechen (seit 2007 in Betrieb). Das angebotsorientierte adaptive Verkehrsmanagement richtet sich insbesondere in Spitzenzeiten am Morgen und am Abend nach den Kapazitäten in der Stadt. D.h. an den Einfallsachsen wird der hineinfliessende Verkehr so gepuffert, dass der Verkehr innerhalb der Stadt nicht kollabiert. Dazu messen an Knotenpunkten in der Stadt dauernd Detektoren die Verkehrsfrequenzen, womit die Lichtsignalanlagen innerhalb eines Gebietes gesteuert werden. Gebiete sind wiederum miteinander verknüpft, damit z.B. die grüne Welle funktioniert. Bei einer Überstauung bei einem Gebiet werden die Grünzeiten der nächsten Lichtsignalanlagen angepasst. Gleichsam wird zu Spitzenzeiten der einfliessende Verkehr gepuffert: Die Verkürzung der Grünphase um eine Sekunde bedeutet drei Kilometer weniger Stau in der Stadt. weiterlesen →