Schlagwort-Archive: Wohnen

Jane’s Walk an der Badenerstrasse

Am ersten Mai-Sonntag finden in Erinnerung an die Stadtaktivistin Jane Jacobs in vielen Städten Jane’s Walks statt. In Zürich führte am Abend vom 3. Mai Marie-Anne Lerjen durch einen Abschnitt der Badenerstrasse.

In der Nähe vom Restaurant Freihof fanden wir den Weg in ein kleines Gebiet mit zweigeschossigen Reiheneinfamilienhäusern (Rudenzweg). Unsere Gruppe wurde schnell von Quartierbewohnern neugierig begutachtet und so kamen wir auch schnell ins Gespräch. Das Quartier hinterliess den Eindruck, sehr belebt zu sein. Das Quartier ist – von dem, was wir an dem Abend gesehen haben – mindestens in zweierlei Hinsicht speziell entlang der Badenerstrasse: es ist belebt und nicht hoch gebaut. weiterlesen →

Neue Schweizer Hochschulareale

In letzter Zeit sind in der Schweiz mehere Hochschulareale in Bahnnähe entstanden: in Luzern, Zürich, Olten und in Brugg-Windisch.

Während des Pendelns zwischen Zürich und Basel im vergangenen Jahr ist mir aufgefallen, dass einige Campusse entlang von Bahnlinien (Brugg-Windisch und Olten) oder in ehemaligen Postgebäuden (Luzern und Zürich) entstanden sind.

Universität Luzern, Pädagogische Hochschule   Luzern (Januar 2015, eigene Aufnahme)
Universität Luzern, Pädagogische Hochschule Luzern und ein Postschalter (Januar 2015, eigene Aufnahme)
Zum Vergleich: Das Postbetriebsgebäude mit dem Vordach von Calatrava aus der gleichen Perspektive (ca. 1985, aus Gmür 1983)
Zum Vergleich: Das Postbetriebsgebäude mit dem Vordach von Calatrava aus der gleichen Perspektive (ca. 1985, aus Gmür 1983)

Die Universität Luzern wurde im Jahr 2000 mit einem Volksentscheid gegründet. Damit reiht sie sich in eine Tradition der vom demokratischen Staatswesen gegründeten Universitäten ein. (Die erste Universität Europas, die nicht von der Kirche oder einem Landesfürsten gegründet wurde, war 1833 die Universität Zürich). Die bisherigen Institute und Seminare konnten 2006 zusammen mit der Pädagogischen Hochschule im umgebauten Postbetriebsgebäude einziehen. Damit bildet das umgebaute Gebäude für die Universität und die Pädagogischen Hochschule und zusammen mit weiteren Gebäuden der Hochschule Luzern (Rektorat und Services und das Departement Soziale Arbeit) ein neues Hochschulareal. weiterlesen →

Podium: Wie viel ist das Zürcher «Nightlife» wert?

Im Plaza Klub, mitten im Kreis 4, fand am 20. Januar ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, zum Nachtleben in Zürich statt. In den letzten zwanzig Jahren nahm die Zahl der sogenannten Nachtcafé-Bewilligungen von 88 auf 646 zu. Die Klubs haben ein Fassungsvermögen von 90’000 Personen. Diese Zahlen machen die Dimension des Nachtlebens deutlich.

Die Diskussion zeigte schnell, dass der Hauptkonflikt, der das Nachtleben mit sich bringt, zwischen Wohnen und Ausgang herrscht. Stadtrat Richard Wolff spricht von 4’000 Lärmklagen pro Jahr. Lange Zeit hat sich im Kreis 4 das Nachtleben in ehemaligen Industriearealen abgespielt weiterlesen →

Wachstumsschmerzen (Hengartner und Schindler 2014)

Der Sam­melband «Wachstumsschmerzen» ist bezieht sich auf die gleichnamige Veranstaltungsreihe der Stadtentwicklung Zürich und der Universität Zürich im Herbst 2013 (vgl. den Blogbeitrag zum Vortrag von Saskia Sassen).

Autorinnen und Autoren ­unterschiedlicher Disziplinen betrachten mit ihrer Brille urbane Veränderungsprozesse. Die Stadt Zürich ist ein interessantes Beispiel: Vor zwanzig Jahren war die Stadt anderen Rahmenbedingungen konfrontiert, nämlich mit Stadtflucht, Stagnation und Überalterung. Heute befasst man sich wieder mit den Folgen des Wachstums – die Stadt ist wieder ein attraktiver Ort zum Wohnen und zum Arbeiten. weiterlesen →

Wohnformen im Alter: Podium im Sozialarchiv

Am 3. Oktober fand im Sozialarchiv in der Reihe «Drittes Lebensalter – Eine neue Generation im Aufbruch» auf Einladung von François Höpflinger ein Podium zum Thema «neue Wohnformen im Alter – generationengemischt» statt.

Das Thema der neuen Wohnformen ergibt sich aus dem Wunsch vieler älterer Menschen, mit jüngeren Menschen in Kontakt zu sein. Am Beispiel der Siedlung Giesserei Winterthur (vgl. Blogeintrag) wurde von der Bewohnerin Ruth Deutsch gezeigt, wie generationengemischtes Wohnen funktioniert. Das Beispiel der Giesserei zeigt, dass ein partizipativer Prozess bei der Planung gut auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen kann. Die Nachfrage nach den Wohnungen war so gross, dass anstelle von ursprünglich 25 Wohnungen am Ende 155 Wohnungen realisiert wurden (Hofer 2013). weiterlesen →

Wohnen in der Agglo: werk, bauen + wohnen 9-2014

Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Architekturzeitschrift «werk, bauen + wohnen» befasst sich mit dem Wohnen in der Agglomeration.

Wie Roland Züger in «Die Stadt ist in der Agglo angekommen» schreibt, finden derzeit wichtige Entwicklungen in der Agglomeration statt. Züger pointiert seine Aussage dahingehend, dass Stadt im Sinne von «gleichgültig-ungestörtem Leben nebeneinander» (mit dem Verweis auf Georg Simmel, der vor über hundert Jahren schon die Grundvoraussetzung für Urbanität nannte, nämlich die Anonymität) nur noch in der Agglomeration entstehe. Voraussetzung für Urbanität ist, dass neben den Häusern auch die Strassenräume geplant würden. Züger sieht dieses Unterfangen beim Beispiel des Richti-Quartiers in Wallisellen gelungen. Richti kann auch seine Qualität der Dichte ausspielen, weil der Stadtteil sehr gut angebunden ist (Glattalbahn, S-Bahn. Autobahn). weiterlesen →

Fördergelder für altersgerechten Wohnraum

Die Fa. Prognos AG hat evaluiert, wie das KfW-Programm «Altersgerecht umbauen» wirkt. Der demographischen Wandel mit   der Zunahme älterer und hochbetagter Menschen erhöht den Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Der Verbleib in seiner Wohnung erlaubt den Betagten, weiter in ihrem gewohnten Umfeld  zu leben und es wird vermieden, dass stationäre Pflegeinstitutionen genutzt werden müssen.

Bei altersgerechtem Wohnraum handelt es sich insbesondere um barrierefreie oder -reduzierte Wohnungen. Die KfW Bank förderte zwischen 2009 und 2011 den Umbau zu barrierefreien Wohnungen, ohne dass ein konkreter Bedarf angemeldet werden musste. Es konnten sich sowohl (private und gewerbliche) Eigentümer als auch Mieter um Fördergelder bewerben. Es wurden relativ kostengünstige Massnahmen gefördert, auch wenn die Massnahme nicht den DIN-Normen für Barrierefreiheit entsprachen. weiterlesen →

Die gute Adresse (Hermann und Leuthold 2002)

Die beiden Geografen Hermann und Leuthold veröffentlichten 2002 eine innovative Arbeit zu Lebensstilen und städtischer Segregeation. Die Autoren stellen die These auf, dass die Segregation entlang von Lebensstilen erfolgt. Es gibt keine allgemein intersubjektiv anerkannte Hierarchie des guten Quartiers. Wohnideale richten sich sowohl nach Möglichkeiten (Ressourcen) als auch nach Ansprüchen. Dies hat verschiedene Konsequenzen. Weiterlesen...

Metron-Tagung 2013, Teil 3

Hier folgt der letzte Teil des Rückblicks auf die Metron-Tagung 2013

Raumplanung in Winterthur

Fritz Zollinger, Projektleiter bei der Stadtentwicklung Winterthur, berichtet von der Mobilitätssteuerung bei der Stadtteilentwicklung. Konkret geht es um das neue urbane Zentrum Neuhegi-Grüze, wo sich mehrere Massnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen. Das gemischte Quartier (d.h. 2/3 bleibt weiterhin Industriezone und ist somit nicht mit Zürich-West vergleichbar) Neuhegi-Grüzi hat bis 2030 ein Potential von 4’000 Einwohnern und 10’000 Arbeitsplätzen. Die Verkehr soll sich v.a. auf den öffentlichen Verkehr, Velo- und Fussgängerverkehr abstützen. Dazu werden mehr bzw. auch direkte Verbindungen ab Zürich eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu vereinfachen. Um dem motorisierten Inidividualverkehr Einhalt zu gebieten, wird auf raumplanerische Mittel zurückgegriffen. So wird z.B. die Nutzung für Fachmärkte und für Verkaufsflächen über 1’000 m2 ausgeschlossen, da sie viel MIV erzeugen. Mischnutzungen sollen kurze Wege erzeugen, dem öffentlichen Raum wird hohe Aufenthaltsqualität eingeräumt. Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und schnelle und sichere Veloverbindungen in die angrenzenden Quartiere erhöhen die Attraktivität des neuen Zentrums. weiterlesen →

et cetera: Massstabssprünge: werk, bauen + wohnen 10-2012

Die Oktoberausgabe von «werk, bauen + wohnen» beschäftigt sich mit der Verdichtung von Wohnquartieren. Die Redaktion schreibt, dass «monofunktionale, stille Wohnsiedlungen» in der Innenstadt keine Zukunft hätten. Wichtig für künftige Bauten sind:

  • die Übersetzung des grossen Massstabs in den kleinen
  • die Zonierung der Aussenräume und
  • der Bezug der Bauten zum öffentlichen Raum (S. 3)

Wichtige Themen für die Zukunft ist die Ausgestaltung und die Nutzung der Sockelgeschosse, aber auch die Gestaltung der Vorgärten und ihr Bezug zum öffentlichen Raum.

Als Beispiele werden folgende Siedlungen von Zürcher Genossenschaften ausgeführt: weiterlesen →