Vielfältiges Gärtnern in Zürich: Expedition mit Karl dem Grossen

Auf Initiative des Zentrums Karl der Grosse spazierte ein gutes Dutzend Garteninteressierter Ende April durch die Quartiere Hard und Altstetten.

Gartenberater Hans Grob machte eine kurze Einführung mit einem historischen Abriss zum Gärtnern in Zürich. Familiengärten dienten anfänglich hauptsächlich der Ernährung der armen Bevölkerung (Eine weitere Erklärung, wonach die Gärten  der Disziplinierung der Bevölkerung und dem Fernhalten von Alkohol und Politik dienten, findet sich z.B. hier). Mitte 20. Jahrhunderts war die Mitgliederzahl am höchsten; danach war sie rückläufig.

Quartiergarten Hard

Quartiergarten Hard
Quartiergarten Hard

Zuerst begaben wir uns zum Quartiergarten Hard in der Nähe des Letzigrundstadions. Der Boden des Gartenareals wurde vor einigen Jahren saniert, da er belastet war. Der westliche Teil besteht weiterhin als Familiengartenareal, der östliche Teil wurde als Gemeinschaftsgarten gestaltet (s. Bildergalerie «Hard 2012»).

Mitglied Willi Kloter erklärt, wie der Gemeinschaftsgarten funktioniert und wie die verschiedenen Arbeiten in Gruppen erledigt werden (z.Zt. gibt es die Gruppen «Gärtnern», «Bienen», «Hühner», «Kräuter», «Pergola» und «Ruhezone). Zusätzlich zu den gemeinschaftlich genutzten Beeten gibt es «Experimentiergärten», wo Beete individuell bepflanzt werden können. Das Projekt ist gegenüber klassischen Schrebergärten dynamischer. Die Offenheit gegenüber Neumitgliedern erlaubt es, dass Laien erste Schritte im Gärtnern unternehmen können. Das Engagement der Mitglieder muss nicht immer gleich gross sein. Ein Augenschein zeigt, dass der Garten lebt.

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Quelle: Screenshot Züriplan.

Familiengartenverein Albisrieden-Altstetten

Im Areal «Salzweg» des Familiengartenvereins Albisrieden-Altstetten wurden wir vom Arealchef Karl Weber empfangen und durch die klassische Schrebergartenanlage geführt. Man kann die Vielfalt der jeweils rund 200 m2 grossen Gärten sehen.

Familiengartenverein Albisrieden-Altstetten
Familiengartenverein Albisrieden-Altstetten

Pflanzplatz Dunkelhölzli

In direkter Nachbarschaft zum Familiengartenareal «Salzweg» befindet sich der Pflanzplatz Dunkelhölzli, wo Tinu Balmer und Ueli Ansorge ihren Garten vorgestellt haben. Seit 2010 bauen sie u.a. auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei Gemüse an. Dieses wird per Velo auf verschiedene Depots in der Stadt verteilt (vgl. Abbildung bzw. Googlemaps).

Depots des Pflanzplatzes Dunkelhölzli (https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=zjeWbP7zir6U.kbPLtFMnE2r4&msa=0)
Depots des Pflanzplatzes Dunkelhölzli (Stand: April 2015)

In der Bildergalerie ist der Pflanzplatz nördlich des Treibhauses situiert. Z.Zt. wird ca. ein Viertel der Hektare bewirtschaftet. Die übrige Fläche soll durch Grün Stadt Zürich nach einer Bodensanierung in Pacht vergeben werden.

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Quelle: Screenshot Züriplan.

Das Projekt ermöglicht es, Interessenten regelmässig frisches und nach umweltverträglichen Kriterien produziertes Gemüse zu beziehen, das in der Nachbarschaft angebaut wird.

Das Besondere an der hier verfolgten Idee liegt in der Mischform zwischen professionellem und freiwilligem Gärtnern. Interessenten abonnieren Gemüse und sie beteiligen sich mit Arbeitseinsätzen (zwei Tage bzw. vier Halbtage). Im Gegensatz zur Genossenschaft Ortoloco ist hier das Commitment der Gemüsebezieher weniger stark. Interessenten erhalten während 35 Wochen saisonales Gemüse (Die jährliche Produktion beträgt rund 35 x 400 kg).

 

 

Pflanzplatz Dunkelhölzli
Pflanzplatz Dunkelhölzli

Abschliessend kann man festhalten, dass Gartenbau in der Stadt eine grosse Vielfalt bietet. Die besichtigten Beispiele zeigen, dass der interessierten Bevölkerung verschiedene Möglichkeiten offen stehen, sich gärtnerisch zu betätigen. Die Offenheit es Quartiergartens Hard und des Pflanzplatzes Dunkelhölzli eröffnet insbesondere jenen Stadtbewohnern die Gelegenheit, erste Erfahrungen im Gärtnern zu sammeln, für die ein eigener Schrebergarten ein zu grosser Schritt wäre. Ich bin gespannt, wie sich die Projekte weiterentwicklen und welche neuen Formen enstehen werden.

 

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